Die erste Uniwoche

Tja, die Uni. Also eigentlich hätte ich von Montag bis Donnerstag je einen Kurs, manchmal kommt noch am Freitag ein Seminar dazu, ach ja und am Dienstag sind’s tatsächlich zwei Kurse. Am Dienstag- und Donnerstagabend hab ich den Norwegisch-Sprachkurs und Julia ist zufälligerweise im selben wie ich! Ich bin also am Montag in die Uni gegangen und musste erst mal den Raum suchen, was aber dann gar nicht so kompliziert war. (Es gibt relativ viele Gebäude auf dem Campus, es kann also gut sein, dass man immer mal wieder hin und herrennen muss.) Ich war tatsächlich ein bisschen nervös, weil’s schon komisch ist, wenn man keinen einzigen kennt und die anderen sich auch alle in einer Sprache unterhalten, die man nicht versteht. Als ich dann ins Zimmer rein bin und mich hingesetzt hab, hat mich meine Vorder-Frau sozusagen auch auf Norwegisch angesprochen und als ich ihr dann auf Englisch gesagt hab, dass ich leider (noch) kein Norwegisch kann, war sie erst mal ein bisschen verwirrt und meinte, ob der Kurs denn auf Englisch sei. Das hat mich dann wiederum ziemlich verwirrt, weil er meiner Meinung nach auf der Liste mit den englischen Kursen draufstand. Ich bin also erst mal zum Lehrer hin, als er reingekommen ist, um das zu klären und er meinte, dass er den Kurs auf Englisch halten muss, wenn die Nachfrage besteht. Da hatte ich dann gleich ein schlechtes Gewissen, aber als sich dann noch ein Franzose neben mich gestellt hat, kam ich mir nicht mehr so blöd vor :D Den Unterricht fand ich dann auch wirklich interessant und gut, auch wenn man gemerkt hat, dass ihm das Englische nicht ganz so leicht gefallen ist… Dieser Kurs ist für mich nur ein Wahlfach, weil ich mir den in Erlangen nicht anrechnen lassen kann, aber mich hat das Thema einfach interessiert: Celtic Civilization in the early Ages. Ich hab ihn dann auch noch gefragt, ob es denn möglich wäre, zwar den Kurs zu besuchen, aber die Prüfung dann nicht mitzuschreiben (weil ich die Punkte ja nicht brauche) und dann meinte er nur so: „Well, I’m less motivated to do it in English then“ :P Also vielleicht schreib ich dann doch mit… mal sehen! Naja, der Dienstag war ein aufregender Tag! Wir waren mit einer kleinen Gruppe hinterm Holmenkollen beim Schlittenfahren!!! Dort gibt’s eine relativ lange Rodelbahn (ca. 2km) und oben kann man sich auch Schlitten ausleihen, was uns natürlich sehr gelegen kam! Später haben wir rausgefunden, dass es da wohl mehrere Stände gibt, wo man sich welche holen kann und die kosten anscheinend auch unterschiedlich viel, aber wir haben nur den einen Laden gesehen, der natürlich auch der teuerste war :P Die Schlitten waren dafür aber auch echt richtig gut und schon fast High-Tech :D Es hat so megamäßig viel Spaß gemacht und man hat am Anfang auch fast ein bisschen gemerkt, wer von uns schon mal sowas gemacht hat oder eben nicht. Wenn man dann unten angekommen ist, konnte man wieder in die Metro einsteigen und sich wieder bis nach oben fahren lassen! Wir sind leider ein bisschen zu spät los, sodass wir’s nur drei Mal geschafft haben, diese Runde zu drehen, auch weil wir die ersten beiden Male nur ganz knapp die Bahn verpasst haben und dann eine knappe viertel Stunde auf die nächste warten mussten. Wir sind aber oben halt auch die ganze Zeit stehen geblieben und haben Fotos gemacht, oder haben auf die Nachzügler gewartet. Das werden wir garantiert wiederholen :D Der Kurs am Dienstag tagsüber hat noch gar nicht stattgefunden (der fängt erst im Februar an), aber der Norwegischkurs. Die Lehrerin ist eine total liebe alte Dame, die auch gerne mal was über Oslo und Norwegen im Allgemeinen erzählt und da der Kurs drei Stunden dauert (und das zwei Mal die Woche!), haben wir eben am ersten Tag eine halbstündige Pause eingelegt und sie hatte selbstgebackenen Kuchen (einen speziell norwegischen), Kaffee, Tee und Heiße Schokolade für uns dabei! Der Unterricht am Mittwoch ist ausgefallen, weil der Dozent krank war. Er ist zwar gekommen, weil er „sein Gesicht zeigen wollte“, hat sich aber nach fünf Minuten wieder verabschiedet! Am Donnerstag war wieder Norwegisch, aber dieses Mal hat’s leider nicht mehr Kaffee und Kuchen gegeben

24.1.16 10:47, kommentieren

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Das 25jährige Thronjubiläum und das Wetter

25jähriges Thronjubiläum von Sonja und Harald! Das war schon letzten Sonntag, bzw. eigentlich das ganze letzte Wochenende, aber die großen Feierlichkeiten erst am Sonntag. Die ganze Woche davor haben die mit einer Schneekanone vor dem Palast Berge an Schnee produziert und wir hatten uns schon gefragt, wofür das sein sollte. Wir hatten so einen groben Überblick über das Programm und wussten, dass sich die Familie am späten Vormittag rauskommen und auch ein bisschen Skifahren würde. Auf der Fläche vor dem Schloss ist nämlich eine riesige Piste gemacht worden, die hauptsächlich für Kinder vorgesehen war und die auch wirklich gut besucht war! Das war alles eigentlich mehr so ein Kinderprogramm. Bei ihrem ersten Auftritt haben wir sie leider nicht gesehen, aber wir wollten um vier nochmal kommen, weil sie da die Straße entlang marschieren würden. In der Zwischenzeit sind wir mit einer Gruppe von sieben Mädels noch ins Munch-Museum, wo heute der letzte Tag einer Sonderausstellung zu Munch und Vigeland war. Irgendwie hätte ich mir die Ausstellung größer vorgestellt und eigentlich hätte ich auch erwartet, den „Schrei“ zu sehen (Muchs berühmtestes Bild), aber davon gab’s nur einen Kunstdruck zu bewundern… Ich werde wohl noch in die Nationalgalerie gehen müssen :D Als wir aber dann zurück in der Innenstadt waren, um die Königsfamilie zu sehen, haben schon viele Menschen die Straße gesäumt. Es herrschte ein aufgeregtes Durcheinander und auf einer Bühne ein bisschen weiter unten, haben ein paar Leute die Stimmung aufgeheizt. Das war auch bitter nötig, weil es beim Rumstehen schon recht kalt geworden war! Die haben dann ein Hüpfspiel draus gemacht, damit man sich wieder aufwärmen kann :D Als sie dann endlich gekommen sind, hätte ich erwartet, dass das Publikum komplett durchdreht und schreit, oder was weiß ich, weil man solche Bilder halt aus England kennt. Aber die waren alle recht gesittet und haben vereinzelt vielleicht mal „Gratulere med dagen“ gerufen, mehr aber auch nicht. Die Norwegen machen ihrem Vorurteil, so reserviert zu sein, alle Ehre… Ich hatte das Gefühl, dass wir Ausländer alle aufgeregter waren, als die Einheimischen; was aber auch daran liegen könnte, dass sich die Royals anscheinend recht oft zeigen und wenn dann auch nicht besonders aufgetakelt sind. Sie legen Wert darauf, nicht viel anders als die anderen Leute auch gesehen zu werden. Es könnte also passieren dass die einem über den Weg laufen und man bekommt‘s gar nicht mit! Ich fand’s jedenfalls ziemlich cool, weil wirklich alle dabei waren: Harald und Sonja natürlich, aber auch Haakon und Mette-Marit mit Ingrid Alexandra und Sverre Magnus, und auch Marius (der Sohn aus Mette-Marits erster Ehe) war dabei!Die meisten von euch haben sicher schon mitbekommen, dass ich immer sage, dass es hier so arschkalt ist! Es ist ja auch wirklich ordentlich kalt bei -19, -20 Grad. So viel Schnee haben wir also auch grade gar nicht, weil es einfach zu kalt ist, als dass es schneien könnte. Warme Klamotten sind hier also wirklich von Vorteil :D So ein, zwei Lagen unten drunter und nochmal oben drauf und dann der Mantel, Schal, Mütze und Handschuhe und gscheide Stiefel – dann dürfte es eigentlich kein Problem geben! Je mehr man aber dann durch den Pulverschnee watet, desto schneller werden die Zehen kalt, also bietet es sich an, noch zwei, drei Paar Wollsocken anzuziehen (und ich hab an Weihnachten noch gelacht, als ich von drei verschiedenen Leuten gestrickte Socken geschenkt bekommen hab, „weil’s in Oslo ja kalt ist!“ :D Manchmal ist die Kälte so schneidend, dass ich auch gerne noch eine Sturmmaske für das Gesicht hätte oder sowas… Und dann gibt’s Tage, wo man es (zumindest in der Sonne) auch ohne Handschuhe aushalten kann. Sonst frieren die Finger in kürzester Zeit ein. Sobald die Sonne aber dann komplett weg ist, stürzen die Temperaturen wieder ab. Das mit der Sonne ist auch so eine Sache. Die Tage hier werden verdammt schnell wieder länger. Irgendjemand hat mir erzählt, dass jeder Tag um vier Minuten länger ist, als der vorige! Da ist seit 17 Tagen jetzt schon wieder da bin, heißt dass, dass die Tage schon um über eine Stunde länger sind, als an dem Tag, an dem ich angekommen bin! Mir ist das gestern auch so richtig aufgefallen, weil ich bemerkt habe, dass es um halb fünf immer noch nicht stockfinster ist. Also ich meine, es ist natürlich dunkel, aber man sieht am Horizont immer noch einen leicht helleren Streifen.Da diese Woche noch einiges passiert ist, wird's morgen übrigens nochmal einen Eintrag geben

23.1.16 10:52, kommentieren